Presse-Mitteilung
Leichtbaupotentiale im Nutzfahrzeug durch Einsatz von Aluminium Gewichtsreduzierung
bis zu 50 Prozent
Leichtbau ist in der PKW-Entwicklung heute ein sehr wichtiges Thema.
Das ist beispielsweise abzulesen an Fahrzeugen, die ganz oder in wesentlichen
Baugruppen aus Aluminium aufgebaut sind. Auch die Statistik über den zunehmenden
Anteil der Leichtbauwerk-
stoffe Aluminium, Magnesium und Kunststoff im PKW zeigt diese Tendenz.
Dagegen spielt der Einsatz von Leichtbauwerkstoffen im Nutzfahrzeugbau
bisher noch eine untergeordnete Rolle. Das liegt vor allem an der wesentlich
höheren und komplexeren Bean-
spruchung der einzelnen Bauteile. Der Einsatz von Aluminium in Nutzfahrzeugen
kann ein wesentlich höheres Potential bieten. Neben der Kraftstoffersparnis
durch die Gewichtsminderung können noch andere Vorteile aus der Frachtbeförderung
zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit beitragen. Dazu gehören die höhere
Zuladung und damit die Reduzierung der Einsatzfahrten, die besseren Korrosionseigenschaften
des Aluminiums und der höhere Wiederverkaufswert von Aluminiumfahrzeugen.
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Die Laderaumschiebetür aus Aluminium
ist um 30 bis 50 Prozent leichter als vergleichbare Stahlkonstruktionen. |
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Die ThyssenKrupp Umformtechnik beschäftigt sich seit langem mit dem Einsatz
von Aluminium in Nutzfahrzeugen. Um hier hohe Gewichtseinsparungen bei
vertretbaren Mehrkosten zu erreichen, ist es notwendig, die Gesamtkonstruktion
von Anfang an auf die besonderen Vorteile und Stärken des Werkstoffes
Aluminium auszurichten. Aufbauend auf diesen grundsätzlichen Überlegungen
wurde der Einsatz von Aluminium im Nutzfahrzeug am Beispiel eines Großtransporters
untersucht. Dabei wurden für einen Großteil der Baugruppen aluminiumgerechte
Konstruktionen entwickelt, verschiedene Konzepte miteinander verglichen
und die möglichen Gewichtseinsparungen berechnet. Die Gesamtab-
schätzung der Wirtschaftlichkeitskennzahlen gibt dann Aufschluss über
die Chancen für den Einsatz von Aluminium in Nutzfahrzeugen.
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Zahlreiche Besucher interessierten sich
bereits für die Besonderheiten der Leichtbaukonstruktion am Schnittmodell
des Aluminium-Transporters. |
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Umfangreiche Konzeptuntersuchungen an Laderaum-Schiebetüren für Transporter
haben gezeigt, dass für diese Bauteile besonders hohe Leichtbaupotentiale
entstehen. Je nach Bauart und techni-
schen Anforderungen können zwischen 30 und 50 % des Gewichtes von vergleichbaren
Stahlkonstruktionen eingespart werden. Gerade für Schiebetüren haben diese
Gewichtsopti-
mierungen zusätzliche Effekte dadurch, dass die Betätigung der Tür einfacher
wird und auch die Aufhänge- und Schließelemente leichter gestaltet werden
können. Für große Stückzahlen stellen Aluminiumausführungen aus Blechteilen
die technisch und wirtschaftlich optimale Variante dar. Für kleine Stückzahlen
und für Sonderausführungen sind Lösungen mit der Anwendung von Strangpressprofilen
und Gussteilen wirtschaftlicher.Ein wichtiger Aspekt hierbei ist auch
die gesamte Fügetechnik, die auf die speziellen Erfordernisse des Werkstoffs
Aluminium angepasst sein muss.
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Im Bereich der Struktur bietet sich bei Aluminiumkonstruktionen vor allem
die Verwendung von Strangpressprofilen an. Diese können in Querschnitt
und Wanddicke optimal den örtlichen Beanspruchun-
gen angepasst werden. Außerdem bieten Profile vielfache Möglich-
keiten der Funktionsintegration und gestatten eine sehr flexible Bauweise
in Bezug auf die Dimensionierung (Radstände, Bau-
höhen). So können
in das Profil Befestigungssysteme integriert werden, die einfache Lösungen
für die Ladungssicherung sowie für den Einbau von Kleiderstangen, Regalen
und anderen Logistik-
elementen ermöglichen. Durch den modularen Aufbau sind unterschiedliche
Bauformen z. B. Dachhöhen, variable Radstände und Überhänge, möglich.
So kann aufbauend auf Standard-
elementen ein für den jeweiligen Kunden und Anwendungsfall maßgeschneidertes
Fahrzeugkonzept zusammengestellt werden.
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Die großen Beplankungsflächen werden schon aus Gründen des Designs auch
weiterhin aus Blechteilen gestaltet werden. Neue Möglichkeiten zur weiteren
Optimierung des Gewichtes oder der Wirtschaftlichkeit ergeben sich durch
den Einsatz von Sandwich-Materialien oder vorlackierten Blechen. Dabei
ist es allerdings wichtig, auch für die Außenbeplankung Bauformen und
Werkzeugkonzepte zu entwickeln, die eine einfache Anpassung an diese Maßkonzepte
ermöglichen. Auch die Zusammenbauver-
fahren für das Fahrzeug müssen den spezifischen Eigenschaften des Aluminiums
und der vorgesehenen Losgröße angepasst werden. Anstelle des für Stahlausführungen
üblichen Punkt-
schweißens bieten sich für das Aluminium vor allem Verfahren wie Kleben,
Stanz- und Blindnieten sowie Durchsetzfügen an. In Zukunft wird auch das
Laserschweißen für den Zusammenbau von Aluminiumkarosserien einen höheren
Stellenwert gewinnen. Die bisher erarbeiteten Lösungen zeigen, dass der
Einsatz von Aluminium wirtschaftlich sein kann, wenn die Konstruktion
die speziellen Eigenschaften dieses Werkstoffes besonders berücksichtigt.
Dann können Gewichtsseinsparpotentiale von bis zu 50% bei vertretbaren
Mehrkosten erschlossen werden. Insbesondere der sinnvolle Einsatz der
Strangpressprofiltechnik und die Wahl geeigneter Zusammenbauverfahren
stehen dabei im Vordergrund.
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